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Manuskript

„Ich bin seit Heft 518 dabei - Die Autoren von Groschenromanen“

von Martin Hartwig

 

Besetzung

Sprecher 1 (Cotton):

Sprecherin 1 (Mamiroman):

Sprecher 2 (Rhodan und Chicago):

Sprecherin 2 (Holl):

 

 

 

Die Autorinnen und Autoren werden im Feature nicht benannt - genauso wie in den Heftromanen. Es sind:

Marion Schmidt                                                                   Autorin von „Dr. Holl“

Hans Günther Franciskowsky, alias HG Francis                     Autor von „Perry Rhodan“

Monika Bauer                                                                      Autorin von „Mami“

Horst Friedrichs                                                                     Autor von „Jerry Cotton“

 

 


Atmo:

New York bei Nacht von oben aufgenommen // entfernte Sirenen // etwas Verkehr [Regie: unter ganze Jerry Cotton-Passage legen]

 

Sprecher 1: (Cotton)

G-Man Jerry Cotton

Die Grausame und der Killer

 

Musikbrücke: (kurze Phrase aus: New York state of mind)

 

Sprecher 1:

Lance Guthrie fluchte, als er sein Restaurant durch die Hintertür verließ. Es war kalt, nass und dunkel. Fröstelnd knöpfte er den Mantel zu und schlug den Kragen hoch.

 

1.      O-Ton: (Friedrichs)

Ich musste ja nun neu einstiegen in dieses Metier und hab mir also eine Stapel Jerry Cottonromane gekauft und die erst mal gelesen um zu sehen wie der Handlungsaufbau die Dramaturgie lief und dann gab es ein Rahmenexpose dazu vom Basteiverlag, wo also die Personen drinstanden, Schauplatz und so weiter und hab dann natürlich rausgefunden, dass diese Romane anfangen mit so nem knackigen Aufhänger auf der ersten Seite. Da muss dann also irgend etwas besonderes passieren.

 

Sprecher 1:

Guthrie freute sich auf sein warmes Wohnzimmer und den gemütlichen Fernsehsessel. Neben seinem Chevy parkte ein Dodge Magnum, den er nicht kannte. Neugierig trat er auf den bulligen, offenbar nagelneuen Wagen zu. Plötzlich schwang dessen Heckklappe auf. Guthrie wollte sich umdrehen, wollte sehen, wer da die Fernbedienung betätigt hatte. Doch ein mörderischer Hieb auf den Hinterkopf schleuderte ihn in den Kofferraum. Es war als würde sein Schädel explodieren. Brüllender Schmerz raste von seinen Haarwurzeln bis zu den Fußspitzen. Er spürte noch, wie sein Gesicht über den Bodenteppich schrammte. Dann erlöste ihn die Bewusstlosigkeit.

 

2.      O-Ton: (Friedrichs)

Cotton war über den längsten Zeitraum seines Bestehens eigentlich ein Actionserie und das war eigentlich, dass wovon wir Autoren geglaubt haben, dass ist das, was der Leser erwartet. Offenbar hat sich das gewandelt. Heute ist Cotton davon ein bisschen weggekommen und mehr in die sogenannte Whodunnitschiene geraten. Ich weiß offen gestanden nicht, was dem Leser nun lieber ist: der alte Cotton, der drauf haut oder der neue Cotton, der ermittelt. Cotton hat immer ermittelt. Nur früher war es ein bisschen actionlastiger die Geschichte und heute geht es ein bisschen geruhsamer zu. Das hat mit ner generellen Entwicklung zu tun, was die Dramaturgie von Spannungsromanen im allgemeinen betrifft.

 

Sprecher 1:

»Ihre Kollegen brauchen Hilfe«, sagte Assistant Director John D. High in seiner knappen und präzisen Art. »Sie sind am dichtesten dran. Die Adresse lautet Eighth Avenue, Westseite, Ecke 48th Street. «

»Wir beeilen uns«, antwortete Phil.

Ich trat aufs Gas bis zum Anschlag. Dabei war die Ampel vor uns gerade erst auf Rot gesprungen.

 

3.      O-Ton: (Friedrichs)

Cotton bietet so viel Vielseitigkeit auch dadurch, dass man, wenn man ihn gut kennt, wenn man ihn so viele Jahre lang kennt, wenn man selber zu Cotton geworden ist fast, dass man mit der Figur jonglieren und spielen nach Belieben, weil man ja alle seine Charakterzüge und Fähigkeiten und was auch immer kennt. Das ergibt ein ganz schöne Bandbreite von Möglichkeiten in dem, was man mit ihm machen kann.

Ich erlebe gerade was das Gegenteil ist, ich hab gerade einen Roman einer Jugendserie angeschlossen, wo ich mit völlig neuen Figuren gearbeitet hab. Da hängt man ganz anders in der Luft als - ich sach mal als Serienautor - wenn man diese neue Figur, obwohl man sie selbst geschaffen hat, noch nicht genau einschätzen kann, wie verhält er sich in dieser Situation, was macht er in der Situation usw. und auch der Leser ja noch nicht weiß, was ist das für einen Typ. Da hab ich deutlich gemerkt was heißt mit einer Figur wie Cotton zu arbeiten. Es ist viel einfacher mit ihm. Ich kann mit ihm spielen; wie auf einem Musikinstrument, dass ich virtuos beherrsche, kann ich mit ihm arbeiten, während mit einer neuen Figur: Unendlich schwieriger.

Atmoende

 

Musik: The Typewriter [Regie: unter ganze Passage legen, evtl so, dass die Glocke der Schreibmaschine immer auf dem O-Tonwechsel lieg]

 

4.      O-Ton: (Bauer)

Ich hab halt erst einen normalen Beruf gelernt, nebenbei immer geschrieben, immer veröffentlicht, aber nur Kurzromane, weil ich dachte, größere Sachen kann ich nicht, und wie man sieht, mit den 100-Seiten-Romanen klappt auch gut.

 

5.      O-Ton: (Schmid)

Ich glaube, das war nicht Bastei, aber bei irgendeinem Anlass hier in Berlin hab ich mal ne Lektorin von so nem Heftchenverlag kennen gelernt und die sprach mich an, die suchten Leute, ich war da erst eher entsetzt, aber dann hat mich der Blick auf mein Konto überzeugt, dass ich das einfach mal versuchen sollte, und es hat sich gezeigt, ich kann das anscheinend irgendwie ganz gut kann. Also, ich hab mich hingesetzt zur Probe und hab gemerkt, es muss schnell gehen, denn so richtig gut bezahlt ist es ja nicht und hab gemerkt, ich kann das ziemlich schnell durchziehen.

 

6.      O-Ton: (Bauer)

Das war sogar in einer Romanzeitschrift von Kelter, da hatte ich einige Kurzromane verkauft und hab da die Redakteurin gefragt, die hatte mich gleich weiter vermittelt, und ja, wie gesagt, kriegte ich ein paar Exemplare zum Einlesen und hab mir dann schnell was ausgedacht und die Lektorin war begeistert und dann hab ich gesagt, ich versuch’s und es hat geklappt, ohne Probleme kann man sagen.

 

7.      O-Ton: (Friedrichs)

Ich war freiberuflicher Journalist, gerade seit einem Jahr, arbeitete für die Bremer Nachrichten und war im Gegensatz zum landläufigen Praxis des Volontariats, war ich also als Freiberufler eingestiegen. Das Gebiet was ich hier im Raum südlich von Bremen beackert gab, war zwar nicht so ergiebig, was überregionale Nachrichten betrifft aber gelegentlich passierte hier dann doch mal war. Da ging es also nur ums Geldverdienen. Auf dem Weg mich da auszuweiten habe ich eben auch die Anzeige vom Basteiverlag entdeckt, der da inmitten von Anzeigen für Journalisten Autoren suchte für Jerry Cotton. So bin zu dem ersten Roman gekommen, was absolut unüblich ist und ich weiß inzwischen, dass ich nicht nur der dienstälteste Cottonautor bin, sondern auch der einzige, der jemals auf diesem Weg Cottonautor geworden ist.

 

Sprecherin 2:

Nun tun Sie doch nicht so, als würden Sie immerzu schlafen, Herr Seiler!" Die Stimme der jungen Krankenschwester drang durch Christians trübe Gedanken. „Ich hab Ihnen eine Erfrischung mitgebracht!"

Der Mann im Bett seufzte unterdrückt auf. Warum konnte Schwester Ina ihn nicht in Ruhe lassen? Warum musste sie immer und immer wieder versuchen, ihn aus seiner Traurigkeit herauszureißen? Begriff sie nicht, wie sinnlos sein Leben geworden war? Er hatte einen schweren Unfall gehabt. Und vor einigen Tagen hatte ihm seine Frau eröffnet, dass er nicht der Vater des Babys war, das sie in der Berling-Klinik zur Welt gebracht hatte. Und sie würde auch nach ihrer Entlassung nicht zu ihm zurückkehren. Sie liebte einen anderen. Liebe, wahre Liebe... gab es die überhaupt?

8.      O-Ton: (Schmid)

Naja, nicht wirklich lukrativ, aber dann habe ich eben Zeit genug, um auch noch andere Dinge zu tun. Das ist für mich immer das Entscheidende. Wenn ich in drei, vier Tagen durch bin und drei – vier Hefte pro Monat schreibe, dann… Wenn ich das in drei Tagen schaffe, das ist wirklich ne sehr hohe Konzentration und hat was von automatischem … (Lärm, macht Fenster zu) Danach brauch ich einen Tag Pause, wo ich ganz anderes tue, um das dann auch wieder loszuwerden.

 

Sprecherin 1:

Glorias Augen weiteten sich vor Entsetzen, als sie die Rechnung las.

Sie war ausgestellt auf ein Datum, an dem Bernd offiziell auf einem Kongreß in Hamburg war! Doch das Schlimmste war, dass er dort nicht alleine abgestiegen war, sondern angeblich in Begleitung seiner Ehefrau. Wortwörtlich war zu lesen: >Drei Nächte im Doppelzimmer mit Bad für Herrn Bernd Birkner und Gattin. Es dauerte eine Weile, bis Gloria begriff, dass sie nun endlich einen Beweis für Bernds Untreue in den Händen hielt.

Minutenlang saß sie bewegungslos auf der Bettkante, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.

9.      O-Ton: (Bauer)

Mit meinem jetzigen Mami-Roman, da hab ich ein bisschen Zeit, den muss ich erst im nächsten Quartal abgeben, da kommts natürlich dann vor, dass ich zwischendurch mal ne Stunde telefoniere und denn auch mal zu meiner Tochter rübergehe, das kommt dann schon mal vor. Wenn ich weiß, ich hab ein bisschen Zeit, aber bei der Dr. Weigelt-Serie war’s zum Beispiel, da musste ich alle zwei Wochen ein Manuskript abgeben, da hab ich dann konsequent, da hab ich denn auch das Telefon klingeln lassen und da muss man dann schon… wenn man dann immer so zwei Wochen hat, da muss man dann schon reinklotzen, aber ging auch, war alles kein Problem.

 

Sprecher 1:

Als die Straßenräuber begriffen, dass sie an die Falsche geraten waren, hatten sie schon keine Chance mehr gehabt. Nola hatte die Einkaufstasche abgestellt und ihre Kanone gezogen - scheinbar seelenruhig. Plötzlich hatte sie einen Smith & Wesson Revolver in der Handgehabt, Kaliber.357 Magnum, das Ding zum Elefantentöten.

 

10. O-Ton: (Friedrichs)

Also ich hab das nie verwirklichen können zu sagen: ich schreib jeden Tag zehn Seiten. Das ist völlig - ich sag mal für meine Begriffe unmöglich. Ich weiß von Kollegen, die das Gleiche sagen. Es gibt aber auch Kollegen die ich schreib an einem Tag 20 Manuskriptseiten. Ich muss ehrlich gestehen: Ich weiß nicht wie das geht. Ich brauch für diese 20 Seiten wesentlich mehr Zeit. Warum kann auch nicht begründen. Vielleicht weil ich. Na, ja es geht einfach nicht so schnell.

 

Atmo: Essensausgabe im Krankenhaus, die Schwester sind im Flur und bringen das Essen in die Zimmer [Regie: unter ganze Passage legen!]

 

Sprecherin 2:

Chefarzt Dr. Holl: „Dich hat mir der Himmel geschickt, Schwester Ina“ -  Er glaubte nicht mehr an die Zukunft - bis er die große Liebe traf. Von Katrin Kastell

 

11. O-Ton: (Schmid)

Manchmal krieg ich einen Titel vorgegeben, aber Sie sehen ja, wie vage die sind, wenn da drin steht:: Dich hat mir der Himmel geschickt, Schwester Ina, und dann noch die Unterzeile: er glaubte nicht mehr an die Zukunft, bis er die große Liebe traf, da sitzt man manchmal da und denkt: hm, was mach ich denn damit?

 

Sprecherin 2:

Als er die Wohnung betrat, spürte er, dass etwas geschehen war. „Sabine?", rief er sofort.

Sie saß auf dem Rand der Badewanne, erst zur Hälfte angezogen. Sie sah sehr blass aus, hielt sich den Bauch und stöhnte.

„Schatz, was hast du denn?", rief Christian erschrocken.

„Ich weiß nicht." Ihr Atem ging stoßweise. „Ich glaube, es geht los." Obwohl sich seit Wochen alles nur um diesen Moment drehte, brauchte Christian jetzt doch einen Moment, bis er sie verstand. „Aber der Termin ist doch erst in zwei Wochen!" Auch er wurde um einige Nuancen blasser.

„Schon, aber die Schmerzen..." Eine neue Wehe nahm Sabine den Atem.

 

12. O-Ton: (Schmid)

Ich hab Religionswissenschaft, Philosophie und Germanistik studiert, hatte mal selber n kleinen Verlag, hab n Film gemacht, ach jede Menge Sachen, aber alles Dinge, die nicht unbedingt einen ernähren. (lacht)

 

Sprecherin 2:

Vermutlich war es vor allem das Gefühl, sich in einer Ausnahmesituation zu befinden, das Sabine endlich doch zum Sprechen brachte.

Die Abstände zwischen den Wehen wurden kürzer, und eben war eine ganz besonders heftige über sie hinweggerollt. Ihre Finger gruben sich in Christians Arm, aber sie hatte ihren Atem gut unter Kontrolle. Dann war es wieder vorbei, Christian atmete auf, und er wollte weiter gehen.

„Ich hätte es dir schon lang sagen müssen." Sabine verharrte auf der Stelle. „Aber ich wusste nicht, wie." „Ganz egal, was es ist, Schatz, jetzt im Moment zählt nur, dass du..." „Du bist nicht Leonies Vater", fiel sie ihm da ins Wort, und sie versuchte, seinem Blick standzuhalten.

Sie sah noch, wie sich maßlose Ungläubigkeit in seinem Blick ausrückte, dann brach es über sie herein, schlimmer als jede Wehe zuvor. Ein gellender Schrei, dann war ihr schon eine Schwester zur Seite.

 

13. O-Ton: (Schmid)

Beim Krimi muss man das sowieso ein bisschen mehr überlegen … so ne Art Aufbau, was, wann, wie kommt und mach mir Stichworte, und hier bei Dr. Holl und anderem, da lass ich einfach den Personen ihren Lauf, die machen das schon und die wissen genau, was sie zu tun haben.

 

Sprecherin 2:

 „Wie geht es Ihnen denn inzwischen?", erkundigte sich der Arzt.

„Nun ja", meinte Christian und brachte ein schiefes Lächeln zustande, „es geht so."

Stefan schüttelte den Kopf. „Wieso sprechen Sie es nicht einfach aus? Bescheiden, würde ich denken, um nicht noch ein krasseres Wort zu benützen. Und dafür haben Sie ja auch allen Grund."

Christian drehte den Kopf beiseite. „Ich möchte darüber nicht sprechen."

„Alle Chirurgenkunst hilft nichts, wenn jemand nicht gesund werden will", fuhr der Arzt fort.

14. O-Ton: (Schmid)

Ist natürlich ein ganz Guter. Der für alles immer ne Lösung weiß und auch nicht nur, wenn’s um medizinische Probleme geht (lacht) Man ist wirklich ziemlich frei. Also, ich hab manchmal auch schon ganz aktuelle Geschichten da verbraten, was weiß ich, ne junge Türkin, die gezwungen werden sollte, in die Türkei zurückzufahren und zu heiraten und so was, und die dann versteckt wurde, wo eins der Kinder von Doktor Holl dann mit im Spiel war oder so, oder ne Frau, die in Rumänien unterwegs war und dort ein Kind nicht so ganz legal adoptiert hat und solche Sachen, also ich hab da durchaus aktuelle politische Geschichte manchmal mit reingenommen, das darf nicht zu oft passieren und nicht zu deutlich, aber so lange es die Handlung belebt, ist alles okay.

 

Sprecherin 2:

 „Ich bin verliebt." Probeweise begann er, es manchmal vor sich hinzumurmeln. Und je öfter er das tat, umso deutlicher wurde sein Eindruck, dass es die einzig stimmigen Worte waren. Ganz genau brachten sie zum Ausdruck, was er fühlte! „Ich bin verliebt!"

Noch während er es aussprach, wieder einmal mit geschlossenen Augen und einem seligen Lächeln im Gesicht, spürte er, dass die Tür aufgegangen war. Und zwar rechtzeitig genug, um seine Worte zu hören.

„Meine Güte!", rief Ina da auch schon. „Du auch?"

Christian schlug die Augen auf und setzte sich auf. Das ging inzwischen schon ganz ohne Hilfe. Dann nahm er all seinen Mut zusammen. „Ich fürchte ja. Und zwar in dich."

Da lachte sie und saß auch schon auf seinem Bett. „Na, das will ich hoffen! Sonst wär das ja gar zu dumm. Ich fürchte nämlich, ich bin auch verliebt. In dich."

15. O-Ton: (Schmid)

Ich denke, wenn man nur mit dieser Arbeit leben würde, das wäre eine sehr schwierige und auch sehr einsame Geschichte, ich krieg wirklich auch vom Verlag selber… es scheint immer in Ordnung zu sein. // Ich schicks ab und dann kommt als nächstes die Einplanung für den nächsten Monat, sonst nichts. Also, das ist manchmal wirklich sehr eigenartig.

 

ATMOENDE

 

 

Musik: The Typewriter [Regie: unter ganze Passage legen, evtl so, dass die Glocke der Schreibmaschine immer auf dem O-Tonwechsel lieg]

16. O-Ton: (Friedrichs)

Die Länge ist vorgegeben mit den Druckseiten. Da ist eine gewisse Flexibilität drin. Also man kann beim Heftroman zwischen 110 Manuskriptseiten, das sind jetzt die Standardmanuskriptseiten mit 1800 Anschlägen - zwischen 110 Seiten und 130 oder 140 Seiten, da hat man schon Luft und es darf eben nicht drunter liegen. Nach oben ist es etwas leichter. Dann wird eben der Schriftgrad entsprechend verkleinert im Druck, aber wenn man Probleme hat die Mindestseitenzahl zu erreichen, dann kann es durchaus mal gewisse Symptome geben

17. O-Ton: (Bauer)

Das Problem sollte so auf Seite 50 eskalieren, 50, Seite 60 ungefähr, meistens wird bei mir dann schon Seite  60, und dann der Konflikt muss ja auch noch gelöst werden, man kann das ja auch nicht so… der Konflikt und nächste Seite  tschüß, schönen Tag noch, das muss ja dann auch wieder… das ist ja wirklich wie so ne Kurve, also Einleitung, denn Konflikthöhepunkt, Konfliktlösung und das Happy End, wie gesagt, das ist ein Schema und wenn man sich daran hält, dann kommt man auch mit den 95 Seiten aus. Sollte man. Ich hab auch schon ein bisschen mehr gebraucht, dann wurde halt in der Mitte was weggelöscht, was nicht so wichtig war, weil es darf halt diese Seitenzahl auch nicht übersteigen.

18. O-Ton: (Schmid)

Manchmal passiert es mir schon, dass ich merke, oh, verdammt, es fehlen noch 20 Seiten, eigentlich bin ich durch, aber dann kommt noch irgendein Nebenkonflikt, der ne Rolle spielt, also, deswegen hab ich sicherheitshalber meistens irgendeine Figur, die erstmal gar nicht so wichtig ist, die mit durchläuft, und wenn mir irgendwas fehlt, dann kann ja die noch für eine kleine dramatische Zuspitzung sorgen.

19. O-Ton: (Friedrichs)

Heute rechnen wir meistens schon nach der Windowszählart Buchstaben mit Leerzeichen. so ein Heftroman der liegt jetzt so bei 160.000 Buchstaben mit Leerzeichen. Die sollte man schon erreichen.

20. O-Ton: (Bauer)

820 Euro, ja, wenn man zwei kriegt, und dann muss man davon ja noch Krankenkasse von bezahlen, Steuern und so viel bleibt dann ja auch nicht über. Also, wenn man drei Romane im Monat schreibt, dann ist das schon ganz gut, zwei, doch, von zwei kann man auch ganz gut leben, aber wenn man nur einen schreibt, alle paar Wochen oder Monate, das ist nur ein Nebenjob dann.

 

Sprecherin 1:

Bernd war nicht sonderlich begeistert gewesen, als Gloria ihm nach knapp dreijähriger Ehe verriet, dass sie in Kinde erwartete. Doch Gloria freute sich sehr auf das Kind, denn schon damals war sie die meiste Zeit alleine. Sicher wusste sie, dass Bernd ein vielbeschäftigter Mann war, als sie ihn in München, ihrer Heimatstadt kennen lernte. Sie war gerade mit ihrem Studium fertig, als sie auf den

gutaussehenden Geschäftsmann aus Düsseldorf mitten im Herzen der Stadt traf.

21. O-Ton: (Bauer)

Man sollte drauf achten, dass die Namen gut einprägbar sind und dass sich auch sympathisch anhören, also ich würde jetzt eine Anti-Heldin nie Maria nennen oder so, weil es ist halt ein schöner Namen, sondern die würde dann heißen, irgendwie Truthilde oder irgendwie halt ein Name, der sich auch nicht so schön anhört, das ist… und bei Männernamen natürlich genauso.

 

Sprecher 1:

»Ich bin mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden, Carl«, sagte Kane über Bordfunk »Kein Mensch hat auch nur die leiseste Ahnung, wo Piper Guthrie abgeblieben sein könnte. »Ich wäre mein Geld nicht wert, wenn es anders gewesen wäre«, antwortete Terrance.

 

22. O-Ton: (Friedrichs)

Ideal ist es wenn man einen Oberbösewicht hat und vielleicht nicht zwei drei Mitstreiter auf seiner Seite - das reicht vollkommen. Das ist überschaubar. Vor allem muss ich die Charaktere so schildern, dass der Leser sie unterscheiden kann . Unterscheiden in jeder Beziehung nicht nur, was die Art der Namen betrifft.

 

Sprecher 1 :

»Gut. Weshalb fliegen wir nach Queens? Zur Kontrolle?«

»Sie meinen, ob Sie alles richtig gemacht haben?« Kane schmunzelte. »Nein. Wir wollen uns nur gemeinsam den >Friedhof der Singvögel< von oben ansehen. Außerdem wollen wir über ihre weiteren Aufträge sprechen.«

»Es sind zwei Aufträge«, erklärte Kane. »Nummer eins ist ein Mann namens Clive Delaney. Einer meiner Verbindungsleute zur Bauindustrie. Leider ist auch er ein unsicherer Kandidat geworden.«

»Wer ist die Nummer zwei?«

»Der Kerl heißt Cotton. Jerry Cotton.«

 

23. O-Ton: (Friedrichs)

Wenn ich ein Buch lese. Ich lese auch sehr gerne Spannungsromane und in dem Buch kommen Figuren vor die ähnlich Namen haben noch mit gleichen Anfangsbuchstaben und gleichen Lautbild, Klangbild oder dann ist das für mich schon fast gestorben das Buch, denn das zeigt mir dass das nicht gut geplant ist. Es ist sicherlich richtig, dass im wirklichen 10 Leute Bill heißen und die auch noch miteinander zu tun haben, aber das muss ich nicht im Roman so machen um den Leser zu verwirren.

 

Sprecher 2:

Etwa 70 Lichtjahre von Zonder Myry entfernt bewegten sich Perry Rhodan, Atlan, Icho, Tolot, Alsak Saedelaere, Homer G. Adams , Beavere Siems, Dini Gonkers, Fhrell Chekert und Voltago durch den subplanetaren Aachthom des Planeten Zeytter.

 

24. O-Ton: (Franciskowsky)

Es sind ja viele Figuren wieder ausgeschieden, und weil wir zwischen den einzelnen Handlungsabschnitten manchmal ja auch ein paar Jahrhunderte vergehen lassen, sind die unbequem Gewordenen und Sterblichen ja dann verschwunden und es tauchen also neue Charaktere auf. Das ist, wenn Sie wollen, auch ein kleiner Kunstgriff, um sich vom Ballast zu befreien, das muss sein.

 

 

Atmo: Funkverkehr NASA APOLLO - MISSION [Regie: Schon unter Sprecher 2 starten und unter ganze Perry Rhodan -Passage legen]

 

Musikbrücke:

Stelle aus Pink Floyd Atom Heart Mother

 

Sprecher 2:

Perry Rhodan [Den Namen Rhodan bitte deutsch aussprechen] der Erbe des Universums. Nr. 2128. „Das Reich Tradom - Der Plan der Mascantin“ - von H. G. Francis.

 

25. O-Ton: (Franciskowsky)

Ich bin seit 1972 dabei, also seit Band 518.

 

Sprecher 2:

Während sich im Dezember des Jahres 1311 Neuer Galaktischer Zeitrechnung die LEIF ERIKSSON unter dem Kommando von Perry Rhodan auf dem Planeten Jankar versteckt, operiert die arkonidische KARRIBO nach wie vor in den Weiten der Galaxis Tradom. Die Mascantin Ascari da Vivo verfolgt im Sternenmeer des Reiches Tradom durchaus ihre eigenen Pläne.

 

26. O-Ton: (Franciskowsky)

Es ist ursprünglich ja nicht geplant gewesen, Perry Rhodan als große Serie anzulegen. Die ersten Autoren wie Karl-Herbert Scheer und Walter Ernsting und Klaus Mahn, die wurden von dem Verlag gebeten, eine Serie über 50 Hefte zu entwickeln, das gab es damals in den 50er, 60er Jahren überhaupt noch nicht in Deutschland, Das haben sie geschafft, und die Serie wurde aufgelegt, sie hatte einen Riesenerfolg und sie war bei 50 so wahnsinnig erfolgreich, dass der Verlag gesagt hat: Mein Gott, warum sollen wir jetzt aufhören? Dann haben sie weitergemacht, und dann ergibt sich dann natürlich, weil die Geschichte der Menschheit chronologisch erzählt wird und die Geschichte der Menschheit von Perry Rhodan und den anderen Helden begleitet werden soll, ergibt sich die Notwendigkeit, die Helden irgendwann unsterblich zu machen. Das haben die damaligen Autoren sehr geschickt in die Handlung eingebaut, indem sie eben die übergeordnete Super-Intelligenz „Es“ einführten und die Forderung der Unsterblichkeit eben von dieser Super-Intelligenz „es“ kam. Und auch erfüllt wurde.

 

Sprecher 2:

Arkoniden und Terraner haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen die Invasion der Milchstraße verhindern. Immerhin haben sich 22.000 Katamare des Reiches Tradom am Sternenfenster versammelt, um von dort aus in die Menschheitsgalaxis vorzustoßen und diese ihrem Imperium einzugliedern.

Die kleine Streitmacht aus der Milchstraße muss im Reich Tradom in erster Linie nach Verbündeten suchen und Helfer für ihre Aktionen gegen die Inquisition der Vernunft finden. Dabei ist das Reich Tradom selbst nicht untätig; der ungleiche Kampf beginnt also erst. Ein Teil dieser Auseinandersetzung ist: DER PLAN DER MASCANTIN...

 

27. O-Ton: (Franciskowsky)

Fehler unterlaufen uns selbstverständlich immer wieder mal, und dann kommt es vor, dass einige Leser sagten: ja, Band achthundertirgendwas, wie Sie sagten, ist das und das passiert, dann müsste ja eigentlich dann das und das jetzt daraus folgen, das kann schon mal passieren bei der Fülle der Ereignisse, die da geschildert worden sind. Wir sind deshalb auch bemüht, gewisse Handlungsstränge eben auch abzuschließen, um nicht wieder darauf zurückzugreifen. Damit eben solche Fehler nicht passieren. Es gibt ja unendlich viel Stoff, den wir weitererzählen können, und da müssen wir auf alte Geschichten nicht zurückgreifen.

 

Sprecher 2:

An Bord der LEIF ERIKSSON herrschte angespannte Ruhe. Das Raumschiff der ENTDECKER Klasse versteckte sich auf dem Planeten Jankar in einem Hangar nahe der Stadt Kischario. Kurz nach der Landung hatte sich bestätigt, was sich bereits während des Anflugs abgezeichnet hatte.

»Im Triebwerksbereich sind Reparaturen notwendig geworden«, meldete A. A. Cordable. »Sie können nicht aufgeschoben werden. Das bedeutet, dass die LEIF ERIKSSON den Planeten vorläufig nicht wieder verlassen kann.«

 

28. O-Ton: (Franciskowsky)

Wir diskutieren ja aus, wie es weitergehen soll und welche Grundbewegung drin sein soll, welches die Grundmotivation dabei sein soll, es gibt immer wieder Ausschläge zur einen oder anderen Seite – vielleicht mal ein bisschen satirisch, vielleicht mal ein bisschen zu viel Action und dergleichen – aber im Grunde genommen legt das Team fest, in welche Richtung es gehen soll und was der Grundcharakter bleiben soll. Der Grundcharakter darf auch nicht geändert werden, sondern das würde den Erfolg der Serie gefährden. Darüber sind sich alle klar.

 

Sprecher 2:

Perry Rhodan blickte den Normongeborenen zweifelnd an. Groß und breit stand er vor Rhodan. Er war größer als dieser und brachte ein erheblich höheres Gewicht auf die Waage. »Wir müssen mit einigen Tagen rechnen. Wir arbeiten mit Hochdruck, um das Problem so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen.«

»Das heißt, wir sitzen fest.«

»Das ist so. Ich kann es nicht ändern.«

Rhodan nahm die Meldung ohne weiteren Kommentar hin.

 

29. O-Ton: (Franciskowsky)

Es gibt für jeden Autoren Figuren, mit denen er nicht ganz so gut klar kommt, und er hat auch seine Lieblingsfiguren, die er gerne schildert, aber Perry Rhodan, der geht mir auf keinen Fall auf den Wecker, der Mann, der verliert seine Faszination nie. Weil er alles Positive (ploppt heftig!!!) hat, weil er in der ganzen Entwicklung immer nach vorn schaut, er hat also keine Depressionen in dem Sinne, er hat seine Zweifel, aber er kommt nicht an und sagt: o gottogott, was sollen wir hier machen, was sollen wir da machen? Er ist keine ängstliche Natur, sondern er ist vorwärtsstrebend, sucht immer das Neue, er ist wissensdurstig und er ist ein außerordentlich positiv denkender Mensch, und solche Menschen liegen mir. Weil ich ähnlich bin.

 

Sprecher 2:

Schlagartig änderte sich die Situation an Bord der LEIF ERIKSSON. Von einer Sekunde zur anderen herrschte nervöse Hektik. Perry Rhodan veranlasste, dass der Raumer sich darauf vorbereitete, binnen Sekunden sämtliche Energie erzeugenden und verbrauchenden Aggregate abzuschalten.

Die Ortungsstation zählte deutlich mehr als 21.500 Katamare, die am Rande des Sternhaufens materialisiert waren. Rhodan und die anderen Führungspersönlichkeiten an Bord konnten sich denken, dass es sich dabei um die Invasionsflotte vom Sternenfenster handelte.

 

30. O-Ton: (Franciskowsky)

Der Verlag würde nur dann auf die Idee kommen, die Perry-Rhodan-Serie irgendwann einmal zu Ende zu bringen, wenn der Umsatz dramatisch zurück gehen sollte. Da denkt man rein kaufmännisch, und solange die Serie noch so gut läuft, wie sie jetzt läuft, wird man auf keinen Fall auf die Idee kommen, zu einem Ende zu kommen und zu sagen: so, jetzt, Perry Rhodan hat sein Ziel erreicht, die große kosmische Burg, er sitzt auf seinem Thron, und sagt: Pong! Tür zu! Das war’s! Nein! Das ist erst dann, wenn der Katastrophenfall eintritt und man Perry Rhodan nicht mehr lesen möchte. Aber daran glaub ich nicht.

 

ATMOENDE

 

 

Musikakzent: Typewriter [ ganze kurze abgeschlossen Phrase]

Sprecher1:

Betty stellte eine Tasse frisch gebrühten Kaffee vor Mrs. Shanahan. Dann setzte sich mit Block und Bleistift erwartungsvoll an ihren Schreibtisch.

 

Sprecherin 1:

In ihrem Kopf machte sich eine große Leere breit, sie hatte ihm alles erklären wollen, doch jetzt brachte sie kein Wort heraus.

 

Sprecherin 2:

Schon wieder trat schweigen ein. Wieso nur? Sie hatten sich doch sonst so viel zu sagen.

 

Sprecher 2:

Seit Stunden hatte der Konquestor kein Wort von sich gegeben, sondern nur schweigend und brütend in seinem Sessel gesessen und ins Leere gestarrt.

 

31. O-Ton: (Bauer)

Ich hab das schon von einigen Seiten gehört, also im allgemeinen jetzt, dass auch große Schriftsteller, die irgendwann nicht mehr schreiben können, warum auch immer, das hab ich noch nie gehabt, ich hoffe, ich krieg’s auch nicht, das möchte ich auch nicht unbedingt haben, wenn… Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie das gehen soll, dass ich mich hinsetze und nicht weiß, was ich schreiben soll, das geht bei mir… ich mach mein Manuskript auf und sehe, was hab ich gestern geschrieben und zackzackzack, geht das gleich weiter, und ich hoffe, das bleibt so.

Musikakzent: Typewriter [ ganze kurze abgeschlossen Phrase]

32. O-Ton: (Friedrichs)

Die Krise dauert bei mit höchstens mal nen halben Tag oder wenn es hoch kommt nen ganzen Tag. Wo ich sage: Nee heute läuft mir jeder Zeile wie Sirup aus den Fingern. Dann hör ich nich einfach auf. Dann befasse ich mich mit einem anderen Projekt oder ich mache Musik oder irgendwas.. Das Beste bei mir ist dass irgend etwas anderes mache, sei es dass einen Cottonroman eines Kollegen lese oder dass ich einen Artikel in der Zeitschrift lese, irgend so was. Dann geht es wieder. Ein bisschen ein Zwang zur Disziplin muss schon sein.

 

Musikakzent: Typewriter [ ganze kurze abgeschlossen Phrase]

33. O-Ton: (Schmid)

Das hab ich unter anderem durch diese Art von Arbeit gelernt. Selbst verkatert, wie ich heute bin, werde ich mich in einer Stunde hin setzen und werde 20 Seiten schreiben. //Besser wären 30, aber das schaffe ich heute nicht. Man soll sich ja nicht überfordern. // An guten Tagen schaffe ich 30 in sechs Stunden. //

Musikakzent: Typewriter [ ganze kurze abgeschlossen Phrase]

 

Atmo: Krankenhaus [Regie: unter ganze Passage legen - unter den O-Tönen Friedrichs und Bauer allerdings wegnehmen]

Sprecherin 2:

Chefarzt Dr. Holl, sein Leben, seine Liebe, seine Patienten.

Wozu ihr Lächeln ihn verführte…  Ein junger Arzt im bann einer gefährlichen schönen Frau. Von Katrin Kastell

34. O-Ton: (Schmid)

Es stehen hier bei Dr. Holl, Katrin Kastell, das ist die so was wie die ideelle Gesamtautorin, da verbergen sich drei, vier Leute dahinter, ich kenn die richtigen Namen nicht, also ich wüsste gar nicht wie ich Kontakt aufnehmen sollte zu ner Kollegin.

 

Sprecherin 2:

Dr. Max Allend ist glücklich verheiratet und stolzer Vater der kleinen Paula. Da er seitr einigen Wochen als Assistenzarzt an der Berling-Klinik arbeitet, sucht er für seine Familie in München eine Wohnung - wasscwherer ist als gedacht. Die Trennung von seiner Lisa un ddem süßen Baby fällt Max sehr schwer. Nacht für Nacht quält ihn die Einsamkeit.

 

35. O-Ton: (Schmid)

Es wäre eher hinderlich für bestimmte andere Aktivitäten, wenn da mein Name stünde. Es sind fiktive und durchgestylte Produkte und dazu gehört auch ein falscher Name vorne drauf. Wenn da ein Realname stünde, das würde gar nicht passen.

 

Sprecherin 2:

Er seufzte auf im Gedanken an seine kleine Familie. Für seinen Geschmack währte die Trennung jetzt schon viel zu lang. Zumal ja Paula erst wenige Wochen alt war - er hätte nur zu gern ihre Entwicklung miterlebt hätte. Es liegt nut an mir wie lange das noch dauert. Und hatte nicht bislang nicht bislang alles hervorragend geklappt? Auch in finanzieller Hinsicht war das ein Segen.

36. O-Ton: (Friedrichs)

Ich hab also dadurch, dass Basteiverlag ermittelt hat, wie hoch sein Auflage ist bei Cotton, nämlich 850 Mio. Exemplare - davon habe ich ein Siebtel geschrieben. Ich hab ja insgesamt über 600 Romane inzwischen geschrieben, Cotton ist ungefähr die Hälfte und ich komme also wenn ich das alles so überschlage auf ne Gesamtauflage von über 100 Millionen und das ist schon ne ganze Ecke - eigentlich schon seltenheitswert - nur es ist eben so, dass ich völlig unbekannt bin, durch die Art der Arbeit.

 

Sprecherin 2:

Dann riss er sich endlich los, stieg ein und fuhr in die Stadtmitte. Dort bewohnte er derzeit eine winzige Einzimmerwohnung. Wobei `bewohnen` fast übertrieben war. Eigentlich schlief er dort nur, ansonsten arbeitete er die ganze Zeit. Was sonst auch hätte der tun sollen?

 

37. O-Ton: (Friedrichs)

Es ist sicherlich heute so, dass ich rückblickend sage: O.k. es wäre mir auch lieb gewesen, wenn ich schon nen eignen Roman geschrieben hätte, der ein Erfolg geworden ist und dass ich dadurch als Auto bekannt geworden bin. Ok, dass hat aber aus verschiedenen Gründen nicht geklappt . Unter anderem, weil ich ständig gezwungen war zu produzieren, die Art von Roman und überhaupt kein Zeit hatte was anderes zu machen. Also keine zwei Jahre Zeit mal ein eignes Buchprojekt zu verfolgen, denn ich weiß dass man diese Zeit braucht um einen eigenen Roman zu schreiben.

 

Sprecher 2:

Obwohl es bereits nach Mitternacht war, machte er sich jetzt sofort ans Aufräumen. Er dachte dabei ständig an Lisa, daran wie gern er bei ihr wäre. Als das Telefon klingelte, war er kein bisschen überrascht. Vermutlich ging es Lisa genau wie ihm.

 

38. O-Ton: (Bauer)

Wir sind ja im ganzen Bundesgebiet verstreut, und wie gesagt, man kennt ja auch nur die Pseudonyme von den anderen. Wer dahinter steckt, weiß man ja im Grunde auch nicht. Das bleibt man so n bisschen anonym…..ja, die Frau, wie heißt sie von Dr. Norden, die Patricia Wannenberg, die ist natürlich auch sehr bekannt, aber ich kenn sie auch nicht persönlich, aber ansonsten… kenn ich leider keinen. Wär mal vielleicht auch ganz interessant so ein Gedankenaustausch…

 

 

Musikbrücke: Spieluhr

Atmo:

Familie (glücklich) am Abendbrottisch [unter ganze Mami-Passage legen]

 

Sprecherin 1:

Mein kleiner fremder Bruder: Baby Pascal findet Liebe und Geborgenheit - Roman von Lisa Simon

 

39. O-Ton: (Bauer)

Also, wenn ich einen Mami-Roman schreibe, das muss dann auch immer um ne Mutter gehen oder ne Frau, die ein Kind adoptiert, aber die Liebe spielt immer ne ganz große Rolle. Das ist in allen Heftromanen, Serien, es gibt immer ein Happy End. Das ist Voraussetzung.

 

Sprecherin 1:

Irgendwann erhob sich Gloria langsam, sie hatte einen Entschluss gefasst. Keinen Tag länger wollte und konnte sie mit Bernd unter einem Dach leben, auch wenn sie damit Emily den Vater nahm.

 

40. O-Ton: (Bauer)

Ich sag mal, ne Frau kann mit Gefühlen besser beschreiben als ein Mann, und so n Krimi oder Western, da ist irgendwo dann auch die Liebste wahrscheinlich, aber es geht halt mehr um das Verbrechen, und das ist bei Liebesroman halt… da geht’s um Gefühle… und das können Frauen eigentlich auch besser ausdrücken, und die werden eigentlich ja auch für Frauen geschrieben, also ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mann einen Mami-Roman liest oder auch, dass er einen schreibt, würde mich sehr wundern.

 

Sprecherin 1:

Emily staunte nicht schlecht, als sie die gepackten Koffer sah. »Verreisen wir, Mama?«

»Ja, wir werden für eine Weile Oma in München besuchen. «

»Fein, ich hab' sie schon so lange nicht mehr gesehen! « Übermütig tanzte das Mädchen um die Koffer herum, so daß es gar nicht merkte, wie bedrückt seine Mutter war. »Fliegen wir wieder mit so einem großen Flugzeug wie beim letzten Mal?«

»Sicher, mein Schatz.« Gloria strich der Kleinen eine vorwitzige Locke aus der Stirn. »Morgen müssen wir ganz früh aufstehen und zum Flughafen fahren, damit wir die Maschine nicht verpassen. Oma freut sich übrigens auch schon.«

 

41. O-Ton: (Bauer)

Man kann ein Kind im Waisenhaus ansiedeln und die Betreuerin fühlt sich zu dem hingezogen und dann taucht der Vater auf und aus denen wird ein Paar, oder ein alleinerziehender Vater, der lernt ne Frau kennen, was ein Paar wird, also das ist nicht nur Mutter und Tochter, und der Mann geht und die nimmt sich einen anderen, man kann sehr viel draus machen. Wenn man so’n bisschen Ideen hat und so’n bisschen rumspinnt, da kommt da schon einiges rum.

 

Sprecherin 1:

»Entschuldigen Sie bitte. «

Eine weiche weibliche Stimme ließ Glorias Kopf hochschnellen. Vor ihr stand eine junge Frau mit einem Kleinkind auf dem Arm, die verlegen lächelte.

»Dürfte ich Sie um einen Gefallen bitten?«

Zögernd nickte Gloria. »Es geht um Pascal, meinen Sohn.« Die Frau wies mit dem Kinn auf den Kleinen, der angesichts der plötzlichen Aufmerksamkeit um seine Person schelmisch grinste. »Er wird in München von seinem Vater erwartet, und eigentlich wollte ich ihn persönlich hinbringen. Aber mein Chef gibt mir nicht frei, und so bat ich eine der Stewardessen, sich um Pascal zu kümmern. Doch wegen des Personalmangels und der Umbuchung hat keiner Zeit für meinen Sohn. Ursprünglich war sein Flug erst für eine der nächsten Maschinen geplant, doch dann muß ich schon an meinem Schreibtisch im Büro sitzen.«

Verwirrt starrte Gloria die Fremde an, doch dann hörte sie sich sagen: »Ich nehme Pascal gerne in meine Obhut. Und der Junge wird am Münchner Flughafen also von seinem Vater erwartet?«

 

42. O-Ton: (Bauer)

Meine Romankinder, die sind natürlich alles oder meistens Engel, kann man sagen. Da wird nie ein Dreijähriger so frech sein wie meine Tochter, als sie in den Kindergarten kam, das wird’s da nicht geben. Die sind halt… das ist ja auch gerade, dass die Leser dieses Mitgefühl für dieses Kind… wenn das so frech wäre und bockig wäre, dann wäre das so ein bisschen Antipathie, also, die Kinder, die sind schon… also frech sind sie auch mal, klar, sonst wäre es zu schnulzig, es muss schon son bisschen realistisch sein, aber im Grunde sind’s die Kinder, sind’s die armen Geschöpfe, die Liebe suchen, ob nun von ner neuen Mutter oder Vater oder neue Eltern überhaupt und … man kann sagen, die Opfer… die sind der Hauptpunkt, und dann dieses Liebespaar drum rum, dass zum Schluss immer ne Familie zusammenkommt, das wird am Ende immer sein, ob das nun ein Kind ist oder zwei oder drei – zum Schluss ist dieses Paar und dieses Kind ist eine Familie. Und das ist eigentlich ein ganz einfaches Schema, und danach kann man sehr gut schreiben.

 

Sprecherin 1:

Allmählich wurde Gloria nervös, und der kleine Junge begann zu quengeln. Verzweifelt fragte sie sich, ob sein Vater möglicherweise an einer ganz anderen Stelle wartete.

»Was machen wir denn jetzt, Mama?« fragte Emily, als bis auf einige wenige Menschen die Halle leer war. »Wollen wir Pascal mit zu Oma nehmen?«

inzwischen t waren fast zwei Stunden seit der Landung vergangen. Beide Kinder waren eingenickt, doch Gloria spürte keine Müdigkeit, sondern eine eigenartige Panik, die langsam in ihr hoch kroch.

 Schließlich griff sie  in die Jackentasche - und erstarrte. Der Zettel mit der Anschrift von Pascals Vater war verschwunden!

 

43. O-Ton: (Bauer)

Na gut, es kann mal jemand sterben, aber nach Möglichkeit nicht. Das ist in dem Genre halt… wie gesagt, es lesen viele ältere Leute und die wollen… also auch für die Bösen, sag ich mal so, für die Anti-Helden, der geht dann halt ins Ausland oder wird arbeitslos, aber mit Sterben … oder müssen ins Gefängnis oder so was, also die kriegen schon ihre Strafe, mit Sterben, … also Mord und so was, über so was schreibt man nicht.

 

Sprecherin 1:

»Sie müssen Herr Reinhard  sein«, sagte Margret freundlich und reichte ihm die Hand. »Treten Sie doch bitte näher. «

»Das ist mir alles so schrecklich peinlich. Endlich habe ich mich durchgesetzt und das Sorgerecht für meinen Sohn bekommen... und dann verwechsele ich den wichtigen Termin, an dem ich ihn bekommen soll. «

Lächelnd sahen sie und Margret zu, wie Daniel Reinhard seinen Sohn zärtlich küsste, und sofort schmiegte sich Pascal an ihn.

 

44. O-Ton: (Bauer)

Bei mir war’s halt so, ich hab erst geheiratet, Kinder gekriegt und jetzt mach ich Karriere oder jetzt arbeite ich, weil’s halt früher nicht möglich war eben aus den Gründen, weil man keine vernünftige Arbeit kriegte als junge Mutter und da sag ich mir auch manchmal, das geht so ein bisschen am Thema vorbei… normalerweise ist ja genau umgekehrt, dass am Schluss die Familie überwiegt, was ja eigentlich auch sein sollte, nur bei vielen halt nicht ist, da sag ich mir manchmal schon… ja, aber das ist auch gewollt. So soll das ja auch in den Romanen beschrieben werden, dass zum Schluss praktisch die Familie das Wichtigste und dass die gilt, und das links und rechts und Geld verdienen und haben, dass das alles nur nebensächlich ist, und das ist das, was gewollt ist, und was die Leute auch lesen wollen.

Atmoende

 

Musik: Typewriter

Atmo: New York

Sprecherin 1:

Im Gangland hatte es sich längst herumgesprochen, wie man im Fall einer Verhaftung am besten den Kopf aus der Schlinge zog. Die Zeichen der Zeit erkennen, lautete das Rezept; das tun, was alle tun. Singen. In den höchsten Tönen. Mehrstimmig, wenn möglich. Also im Chor mit Komplizen. Das war die Garantie dafür, dass die Bosse den Rest ihres Lebens hinter Gittern verbrachten.

 

45. O-Ton: (Friedrichs)

Natürlich ist der Wortschatz begrenzt, den wir benutzen, wir haben ne bestimmte Diktion, dass Vokabular ist eben Cottonspezifisch…., dass wir zum Beispiel sagen:Mr. Smith und nicht Herr Smith , Dass wir so ein bisschen amerikanische Formulierung oder Wörter reinbringen. Nicht zu viel aber dass die Romane eben den Touch haben amerikanisch zu sein. Dadurch dass man eben nicht unbedingt Fingerabdrücke sagen sondern prints oder so was . Die Dinge die ja auch heute bei uns manchmal beklagter Sprachalltag sind., die haben wir schon lange dadrin gehabt. Ja, Cottonspezifisch insofern als man als Leser das Gefühl hat: Ich gehör jetzt zum FBI dazu. Durch Cotton bin ich jetzt dadrin und ich sprech so ein bisschen wie die das FBI tun. Das ist natürlich ein Illusion.

 

Sprecherin 1:

Beim Anfahren sahen wir die Vorderseite des Zeitungskastens mit dem eingehängten Titelblatt der heutigen Daily-News-Ausgabe.

Die Schlagzeile war riesig. CRUEL ONE HITS »Die Grausame schlägt zu«, formte mein Freund einen vollständigen Satz aus der reißerischen Titelzeile.

»Was hat sie denn jetzt angestellt?«, fragte Phil. »Ein paar Kniescheiben zerschossen?«

In knappen Sätzen erzählte ich, was gestern Abend in Astoria, Queens, passiert war.

Mein Freund nickte anerkennend. »Du bist mal wieder gut informiert, Alter.«

»Weil ich schon zum Frühstück Zeitung lese. Und zwar die.« Ich deutete mit dem Daumen über die Schulter, in die ungefähre Richtung, in der der Selbstbedienungskasten hinter uns zurückblieb.

»Tue ich auch«, erwiderte Phil. »Und zwar die New York Times.«

Ich nickte, denn es war mir nicht neu. »Die hat zwar mehr Niveau, aber dafür kriegst du nicht alles mit.«

»Aber dafür bekomme ich die  beste Berichterstattung.«

»Wenn du die Daily News liest «

»Revolverblatt!«, warf Phil ein und grinste.

Wir lachten, als ich den Jaguar in Richtung Tunnel einfädelte.

 

46. O-Ton: (Friedrichs)

Der  Leser, der so einen Roman kauft gibt Geld dafür aus eine Geschichte zu kaufen von der er bestimmte Vorstellungen hat, wie sie sein müsste, damit sie dem Entspannungs- und Unterhaltungsmoment entspricht, das er jetzt erwartet. Es kommt ja noch hinzu: Er bezahlt für diese Geschichte. Er muss sie sich irgendwo holen, in irgendeinem Kiosk oder Laden. Muss sich zuhause hinsetzen und das lesen und muss gefesselt sein von der Geschichte und muss sagen: Diese Geschichte ist so toll, die lese ich jetzt zu Ende und schalte eben nicht den Fernseher ein in dieser Zeit. Xxx Wir müssen schon dem Leser irgendetwas bieten, was seine Neigung auf die Fernsehertaste zu drücken unterdrückt

47. O-Ton: (Schmid)

Die Leserinnen sind wahrscheinlich… tja, ich weiß es nicht, man sagt immer über 40, aber was heißt das heute? Es ist ja dann noch ein ziemlich weites Feld danach, bei dieser Rechtsanwältinnenserie übrigens, das war interessant, da kamen die meisten Briefe von Männern, und die Lektorin meinte damals, ja, das hätte sie schon mitgekriegt, die Männer lesen das heimlich und wollen nicht, dass ihre Frauen wissen, dass sie so was lesen., aber ich kann das nicht aus eigener Erfahrung bestätigen, ich schreib das und ja, ich weiß nicht, für wen ich das schreibe.

48. O-Ton: (Bauer)

Ich stell mir schon vor, dass es die ältere Frau liest, weil die dann auch gerne die Gefühle drinne hat, alles so ein bisschen klischeehaft halt, der gute Mann ,der ist dann halt blond und blauäugig und der Rivale, das ist dann so ein bisschen mit verkniffenem Blick , so ein bisschen dunkler, und man erfindet auch die Figuren auch so ein bisschen, dass sie sympathisch wirken und die Frau dann immer mit der sauren Miene, das ist so die Widersacherin, man beschreibt die Leute schon so, dass gerade ältere sagen können, ja die, hoffentlich kriegt die jetzt hier mal eine drauf und so, bei Jüngeren, die lesen ja wieder was ganz anderes, aber man sieht schon den älteren Leser vor sich, ja, aber damit soll man auch rangehen, weil man soll auch nicht zu modern schreiben, ich hab auch schon von der Lektorin von den Fürstenromanen einen auf den Deckel gekriegt, ich würde zu modern schreiben, ich müsste noch mehr kitschig, noch mehr romantisch schreiben.

 

 

Atmo: [Regie: unter ganze Cicago -Passage legen]

Eckkneipe

 

Sprecher 2:

Chicago - Pat Connor ermittelt in den wilden Zwanzigern

 

Musikbrücke:

 

Sprecher 2:

South-Side-Blues:

Die wilden zwanziger. In den USA herrscht Prohibition, doch eine trocken gelegte Nation konsumiert mehr Alkohol als jemals zuvor. Für den Nachschub sorgen gut organisierte Gangsterbanden, gegen die die Polizei einen vergeblichen Kampf führt. Nicht zuletzt weil auch die oft am Alkoholschmuggel verdient. Die Sitten sind rau und ein Menschenleben zählt wenig, wenn es um viele Dollars geht. Die Gangsterbosse unterhalten ihre Privatarmeen von Killern und leben wie Könige.

 

49. O-Ton: (Schmid)

Es ist gar nicht so leicht für uns alle gewesen, wie ich vom Lektor mitgekriegt habe: Es ist nicht möglich, wie heute zu telefonieren, es gibt keine Handys, Autos werden nicht mit einem Zündschlüssel gestartet zum Beispiel, also, es gibt ne Reihe von Details, die man vielleicht erstmal überliest, die eben doch ziemlich anders waren, nicht nur die Zigarettenmarken und Zeitung, wobei die existieren ja beide noch, die Chicago Tribune ebenso wie Lucky Strikes.

 

Sprecher 2:

In Chicago versucht der Privatdetektiv Pat Connor nicht zwischen die Fronten zu geraten und trotzdem der Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen. Um aber in diesem Haifischbecken zu überleben, muss man selbst auch die Zähne zeigen.

 

50. O-Ton: (Schmid)

Die Männerromane machen mir mehr Spaß (lacht) Die sind im Grunde, also vor allem diese neue Chicago-Reihe, die entspricht absolut dem Klischee, und da kommt dann … ein Machospruch nach dem anderen, und da kringele ich mich vor Lachen beim Schreiben.

 

Sprecher 2:

Draußen stand eine graue Maus. Sie trug ein dunkelgraues Kostüm, das züchtig die Knie bedeckte. Der Topfhut war schwarz mit waagerechten grauen Streifen. Weil sie den Kopf gesenkt hielt, lief die tiefgezogenen Vorderkante des Huts nur die Hälfte ihres Gesichtes erkennen. Eine feine Nase war es von der leichten Röte ihrer Wangen eingerahmt. Überhaupt wirkte ihr Gesicht so zart wie ihre gesamte Erscheinung. Zart und zerbrechlich wie ein Reh, das für diesen Vergleich immer herhalten muss.

 

51. O-Ton: (Schmid)

Ich hoffe auch, das läuft noch ne Weile. Jetzt bin ich da gerade drin, habe ne Menge so über Chicago gelesen, wie’s damals war und hab das alles irgendwie präsent, es ist natürlich ne gewisse Einarbeitungszeit, die - für so was zumindest - nötig ist und das macht mir auch Spaß, und insofern wäre ich auch dran interessiert, dass es noch ein bisschen weiterläuft.

 

Sprecher 2:

Im Grunde habe ich auch keine Ahnung weshalb es mich immer wieder zu Dunky zieht und ein Tag ohne mindestens einen Drink in seiner Räuberhöhle für mich ein schlechter Tag ist.

Wie üblich schaute ich Dunky beim Gläserpolieren zu und wartete geduldig darauf, dass er diese wichtige Tätigkeit unterbrach, um den Dauerauftrag auszuführen, den ich bei ihm laufen hatte. Der lautet: Bei Eintreffen Conners sofort ungefragt einen Bourbon servieren lassen. Wenn ich einen doppelten wollte, gab ich ein Zeichen mit zwei Fingern.

52. O-Ton: (Schmid)

Unser privater Ermittler in Chicago ist ja nicht so der richtig überzeugende Held, nicht? Er überführt manchmal einen, aber er überstellt den nicht immer der Polizei, und er bemerkt öfter, das war eigentlich gar nicht das echte Problem, und an das echte Problem komm ich natürlich nicht ran, und dann hilft ihm wieder nur die nächste Flasche Whisky und noch ne Zigarette.

 

Sprecher 2:

» Schon mal von Storyvile gehört? «

»Exakt.«

»Mhm, hab mal davon gehört. Aber nur, weil der Laden Desalvo gehört. «

Ich horchte auf. »Armando Desalvo? Kein Geringerer?« Der Mann war Unterboss bei Benito »Il Cardinale« Rigobello, dem Oberhaupt der italienischen Mafia von Chicago.

»Kein Geringerer«, bestätigte Dunky. »Kann mir allerdings nicht vorstellen, dass Il Cardinale sich persönlich um einzelne Jazzlokale kümmert.«

»Das überlässt er anderen«, folgerte ich.

Wir wussten beide, von wem wir redeten.

Salvatore Caprese, genannt »Icemann«, war Rigobellos rechte Hand.

 

53. O-Ton: (Friedrichs)

Ich hab einige male feststellen müssen, dass ich vielleicht durch die journalistische Vorbelastung sehr viel Zeit und Aufwand betreibe beim recherchieren und dass ich dann so detailversessen und begeistert bin, dass mich zu sehr auf solche Details - speziell Beschreibungen von Lokalitäten ,dass ich da so viel drauf verwende, dass der Roman darunter leidet, dass Längen in der Handlung entstehen. Für mich  persönlich ist es irgendwo interessant. Das sind meine speziellen Problem beim Schreiben, weil ich gelegentlich zu viel Wert auf Details und auf Örtlichkeitsbeschreibungen, Wetter, alles was so ne Rolle spielt, da fehlt mit gelegentlich so bisschen die Distanz.

 

Sprecher 2:

»Wenn Du mehr darüber wissen willst«, sagte Dunky »dann rede mal mit Harry Tibbet. «

»Wo treffe ich ihn«

»Hier« Dinky blickt in die Runde »Müsste jeden Moment kommen, wenn sie ihn noch nicht umgelegt haben.«

Ich hob die rechte Augenbraue. »Ist der Kerl eine Ratte? «

»Keine Ahnung. Wenn er voll ist, fantasiert er oft rum. Dass er mit einem Bein im Sarg steht und so. «

ATMOENDE

 

54. O-Ton: (Friedrichs)

Das künstlerische ist eigentlich doch auf Highlights begrenzt, die man sich selber schafft , dadurch dass man denkt:: Hier ist mir was tolles gelungen oder: Hier habe ich was gemacht zu dem ich stehen. Im Vordergrund würde ich doch sagen, steht die Dienstleistung dahingehend, dass man die Erwartungen erfüllt und sich auch der Tatsache bewusst ist was es bedeutet für Unterhaltungsserie zu arbeiten. Letztlich ist s ja so, das man bedenken muss: Der Leser, der so einen Roman kauft gibt Geld dafür aus eine Geschichte zu kaufen von der er bestimmte Vorstellungen hat, wie sie sein müsste, damit sie dem Entspannungs- und Unterhaltungsmoment entspricht, das er jetzt erwartet.

 

55. O-Ton: (Schmid)

Ganz am Anfang, bei einem Verlag in Karlsruhe, die auch solche Sachen machen, da hab ich auch Kollegen und Kolleginnen kennen gelernt und die Mehrheit davon fühlten sich als Künstlerinnen. Also, das kann ich nicht nachvollziehen, nicht mit den Sachen, die ich hier mache. Das ist bei mir ein anderer Arbeitsbereich, das nicht. Es ist ne Serienproduktion, es ist Handwerk, es ist Technik. Es ist nicht ehrenrührig, aber es ist auch keine hohe Kunst.

 

Musik: The Typewriter [Regie: Musik unter ganze Passage legen / Die einzelnen Sprechertakes überlappen sich stark, sodass ein Wortbrei entsteht, aus dem nur vereinzelt Wortfetzen hervordringen, die auf einen guten oder gerechten Ausgang der Geschichte deuten. Darüber liegen die vier O-Töne Happy End]

 

Sprecher1:

Erst jetzt stellten wir fest, weshalb Kane sich nicht rührte, obwohl er von den Fesseln befreit war. Später erfuhren wir vom Gerichtsmediziner, dass Kane mit dem Gesicht nach unten in der Grube gelandet und im Schlamm erstickt war.

Seine verbrecherische Organisation hatte bereits jetzt aufgehört zu existieren. Und das tragische Ende der Frau, die sie »die Grausame« genannt hatten, machte erneut Schlagzeilen. Durch die Aussagen von Milton Braff und Clive Delaney gelang es uns innerhalb weniger Tage, auch die letzten Komplizen Orren Kanes festzunehmen.

Und das tragische Ende der Frau, die sie »die Grausame« genannt hatten, machte erneut Schlagzeilen. Tagelang wurde Nola Donegans Geschichte in bestimmten Zeitungen ausgewalzt. Nur in Phils Morgenlektüre nicht.

 

Sprecherin 1:

„Dr. Holl, warten Sie einen Moment? Es wird auch gar nicht lang dauern", versprach Christian lächelnd. „Eigentlich wollte ich mich nur bei Ihnen bedanken. Für die Standpauke neulich."

„Standpauke?" Stefan Holl grinste. „War ich so schlimm?"

„Nein, nur so deutlich, wie ich es gebraucht habe."

„Auch von ihr hab ich mir einiges anhören müssen"

„Willst du dich etwa beschweren?" Ina lachte.

„Nein, einfach nur Danke sagen! " Christian nahm seine Hand von ihrer Schulter und reichte sie Dr. Holl.

Dieser ergriff sie, sichtlich zufrieden.

Als Stefan und Julia dann endlich im Taxi saßen, wandten sie noch mehrmals die Köpfe. So lang, bis sie Ina und Christian nicht mehr sehen konnte. Doch der letzte Anblick der beiden war sehr vielversprechend gewesen. Sie hatten sich innig geküsst.

 

Sprecher 2:

Die KARRIBO und ihre Besatzung engagieren sich durch ihre Ablenkungs­manöver für das Überleben ihrer unfreiwilligen terranischen Verbündeten. Der Angriff auf Gischam und die Befreiung gefangener Tradom-Bewohner sind dabei nur ein Mosaikstein.

Was in Tradom weiter passiert, davon erzählt Horst Hoffmann im PERRY RHODAN-Roman der nächsten Woche, der folgenden Titel trägt:

DER GEWÄHRSMANN

 

Sprecherin 2:

Pascal, der auf Glorias Schoß saß, hörte interessiert zu. »Ich kann mir ein Leben ohne  diesen Knirps gar nicht mehr vorstellen«, sagte Gloria und küßte Pascals Scheitel. »Seinen Vater liebe ich natürlich genauso. Und Emily ist so glücklich, daß wir nun eine richtige Familie sind. «

»Mama!« Zum ersten Mal nannte Pascal sie so, und zu Tränen gerührt preßte sie ihn an sich.

Leise schmunzelnd lehnte sich Margret zurück. Sie wußte in diesem Augenblick genau, daß sie sich um das Seelenheil ihrer Tochter nie wieder Sorgen machen mußte...

56. O-Ton: (Franciskowsky)

Bei Perry Rhodan gibt es keine Ermüdungserscheinungen. Erstaunlicherweise nein. Er ist eben auch ein Mensch, der weit, weit in die Zukunft hinaussieht und der weit ins Universum hinausgeht, dessen Neugier und dessen Wissensdurst auch eigentlich nie gestillt worden ist, er ist nicht unbedingt ein machthungriger Mensch, aber er ist ein Mensch, der sich in unglaublicher Weise für die Menschheit einsetzt.

 

57. O-Ton: (Friedrichs)

Es hat Zweiteiler Dreiteiler und auch Mehrteiler gegeben in denen jetzt mal gelegentlich mal ein Oberbösewicht ne Rolle gespielt hat , der ist dann sol lange entkommen, bis dann der letzte Teil dieser Trillogie oder was es dann auch war, abgeschlossen war.  Das hat es schon mal gebeben. Nur: Auf Dauer entkommt Cotton keiner.

 

58. O-Ton: (Schmid)

Doch, es gibt natürlich das so genannte bitter-süße Ende: Also, sie kriegt ihn nicht, und sie sieht ein, es wäre vielleicht auch gar nicht gut und sie verzichtet und dann reist sie ab, ist ein bisschen traurig, aber hat ja doch mit Ende 20 das ganze Leben noch vor sich und…

 

59. O-Ton: (Bauer)

Wie die ankommen, auch bei den Lesern, was die empfinden, weiß ich überhaupt nicht.// Ich hoffe, die finden, dass am Ende des Romans sagen: Ach, schön! Die haben sich gekriegt..

 

COLLAGE ENDE / Musikende

60. O-Ton: (Bauer)

So was müsste es wirklich geben.