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ältere Beiträge

 

Zeitfragen

 

 

 22.03.2010
Geist und Geld
... (Bild: AP). Geist und Geld. Die Eigentumsfrage in der digitalen Wissensgesellschaft. Von Martin Hartwig. "Kindle" und "iPad" haben die nächste Runde eingeläutet ...

 

19.10.2009
Alte Kader und neue Foren
... Alte Kader und neue Foren. Die DDR zwischen Mai und November 1989. Von Martin Hartwig. Die Kommunalwahlen im Mai 1989 brachten das Fass zum Überlaufen. ...

 

22.06.2009
Vom Bürgerrecht zur Ware?
... andrew parker). Vom Bürgerrecht zur Ware? Sicherheit wird zur Boombranche. Von Martin Hartwig. Überall entstehen Sicherheitsunternehmen ...

 

29.12.2008
Jauchzende Würste im spritzenden Fett
... Die Deutschen und die Esskultur. Von Martin Hartwig. ... Wer isst was und wem ist das Essen wichtig? Martin Hartwig hat in Töpfe und Pfannen geschaut. ...

 

07.04.2008
Unter dem Pflaster liegt der Strand
... Bild: AP). Unter dem Pflaster liegt der Strand. Wie der Protest aus den Hörsälen auf die Straße kam. Von Martin Hartwig. Aus heutiger ...

 

 

historische Themen

 

 
Historytainment - Geschichte als Seifenoper? Über den Boom der Populärgeschichte

So viel Vergangenheit war selten. Auf allen Fernsehkanälen laufen derzeit Geschichtsdokumentationen, in den Auslagen der Kioske tauchen immer mehr Zeitschriften auf, die sich ausdrücklich mit historischen Themen beschäftigen und historische Romane dominieren die Bestsellerlisten. Entgegen landläufigen Vorurteilen scheint Geschichte, wenn sie in unterhaltsamer Form aufbereitet ist, ein breites Publikum zu interessieren. "Historytainment" heißt der in der Fernsehbranche verwendete Terminus für das Genre. Es ist inzwischen eine sehr lukrative Branche geworden.

Guido Knopps Hitler-Reihe wurde in 42 Länder verkauft, "Dokufiktionen" der BBC sind weltweit erfolgreich und die Kabeldeutschland AG hat seit kurzem eine deutschsprachige Version des amerikanischen "Historychannel" im Angebot.

Besonders das Fernsehen verbreitet jedoch eine, den Bedürfnissen des eigenen Mediums angepasste Version der Geschichte. Es dramatisiert, personalisiert und vereinfacht. Die Geschichtswissenschaft, die korrigierend eingreifen könnte, hat sich völlig aus der öffentlichen Debatte zurückgezogen...  mehr 

 

Zunächst die Tagesparole" - Die Rundfunkarbeitsbesprechungen des Propagandaministeriums

Den ganzen Krieg hindurch fanden im Berliner Rundfunkgebäude jeden morgen Arbeitsbesprechungen des Reichministeriums für Volksaufklärung und Propaganda statt. Diese Sitzungen, die meist unter der Leitung von Hans Fritzsche (Leiter der Rundfunkabteilung im Propagandaministerium) oder seinem Stellvertreter Karl Scharping standen, wurden mitgeschnitten und sind für die Jahre 1942-1945 fast vollständig erhalten.

Auf den täglichen Konferenzen gab es, nachdem die Tagesparole verlesen und erläutert wurde, konkrete Anweisungen für die Behandlung fast aller Themen, die im Programm auftauchten. Das Spektrum reicht von sozialen Problemen in England („ausführlich thematisieren“) über einen drohenden Grossangriff auf Berlin („auf das Geschwätz lassen wir uns nicht ein“) bis zum Tod des „Theaterjuden“ Max Reinhardt („im deutschen Dienst nicht zur Kenntnis nehmen“). Dazwischen gab es gelegentlich auch „Selbstkritisches“, wie die Beschwerde darüber, dass Ansagen immer nachlässiger vorgelesen würden. ... mehr

Mythos Stalingrad - Wie die deutsche Bevölkerung die Schlacht wahrnahm

Im Sommer 1942 wusste kaum jemand in Deutschland wo Stalingrad überhaupt liegt. Im Lexikon war unter dem Namen lediglich ein regional bedeutendes Industriezentrum an der Wolgamündung vermerkt. Ein halbes Jahr später wurde Stalingrad, der Nazipropaganda zufolge Schauplatz eines Ereignisses, dass an Größe und Bedeutung nur im „Nibelungenlied“ eine Entsprechung findet... mehr

''Frechheit wird augenblicklich bestraft'' - Fabrikordnungen in der Industrialisierung

Langsam gleiten die Karosserien des halbfertigen Golf durch die Halle. Sie schweben an Laufschienen befestigt gut einen Meter über dem Boden - vorbei an einer Gruppe von zehn Arbeitern. So wie das Band bewegen sich auch die Arbeiter. Ohne sichtbare Eile, aber gleichmäßig verrichten sie ihre Tätigkeit, sie setzen Teile ein, stecken Kontakte, drehen Schrauben fest. Alle tragen graue Latzhosen, die aussehen, als kämen sie gerade aus der Waschmaschine. Die Montagehalle einer Fabrik am Anfang des 21. Jahrhunderts - sauber, fast steril. Es wird nicht herumgeschrieen, niemand ist betrunken und alle sind pünktlich zur Arbeit erschienen. Ein Verhalten, dass sich Unternehmer am Anfang der Industrialisierung nicht einmal erträumt hätten.

Jeder Arbeiter muss treu und unbedingt folgsam sein, sich in und außerhalb der Fabrik anständig betragen, pünktlich die Arbeitsstunden halten und durch seinen Fleiß beweisen, dass er die Absicht hat, zum Nutzen der Fabrik zu arbeiten. Wer aus Nachlässigkeit oder bösem Willen sich vergeht, wird bestraft. Branntweintrinken in der Fabrik wird nicht geduldet.

So heißt es im "Reglement für die Fabrikarbeiter" der Essener Gussstahlfabrik Friedrich Krupp aus dem Jahr 1838. In 9 Paragraphen wird hier festgelegt, was die Arbeiter tun müssen und vor allem, was sie nicht tun dürfen.

Augendiener haben bei erster Gelegenheit den Abschied zu erwarten. Frechheit wird augenblicklich bestraft. ... mehr

 

 

Kalenderblätter

 

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 04.02.2010
Übernahmeschlacht
Übernahmeschlacht. Vor zehn Jahren übernahm Vodafone die Mannesmann AG. Von Martin Hartwig. Unterhaltsam war die sogenannte "New Economy" allemal. ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 13.10.2009
Betriebssystem der Moderne
Betriebssystem der Moderne. Vor 125 Jahren wurde der Greenwich- Nullmeridian festgelegt. Von Martin Hartwig. Ein Meilenstein ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 14.05.2009
Papiergeld wird als Zahlungsmittel anerkannt
Papiergeld wird als Zahlungsmittel anerkannt. Vor 100 Jahren verabschiedet der Deutsche Reichstag das Reichsbankgesetz. Von Martin Hartwig. ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 13.03.2009
Auf Kurs gebracht
Auf Kurs gebracht. Vor 30 Jahren trat das Europäische Währungssystem in Kraft. Von Martin Hartwig. Schon in ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 17.01.2009
"Achtung! Wir haben Smog-Alarm!"
... "Achtung! Wir haben Smog-Alarm!". Vor 30 Jahren wird erstmals eine Smog-Warnung in Deutschland ausgesprochen. Von Martin Hartwig. Am Morgen des 17. ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 10.09.2008
Die deutsche Tennis-Gräfin
Die deutsche Tennis-Gräfin. Vor 20 Jahren gewinnt Steffi Graf als erste Deutsche den Grand Slam. Von Martin Hartwig. ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 12.08.2008
Das erste Auto für Jedermann
Das erste Auto für Jedermann. Produktionsstart der "Tin Lizzie" in den USA. Von Martin Hartwig. Bis ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 03.04.2008
Selbst ist das Land
George C. Marshall im Jahr 1951. (Bild: AP Archiv). Selbst ist das Land. Vor 60 Jahren trat der Marshall-Plan in Kraft. Von Martin Hartwig. ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 01.03.2008
Die Hüterin der D-Mark
Die Hüterin der D-Mark. Am 1. März 1948 wurde die Bank deutscher Länder gegründet. Von Martin Hartwig. Zu ihren ...

Deutschlandfunk / Kalenderblatt - 03.02.2008
Ein mutiger Schritt
Ein mutiger Schritt. Vor 50 Jahren wurde der Benelux-Vertrag geschlossen. Von Martin Hartwig. Belgien, die ...

 

Buchbesprechungen

 

"Abendstunden in Demokratie"

Rowohlt, 1998, 140 Seiten, 38 Mark

"Für Julia und Karen. Wer ist das? Das ist sie. Und Julia ist meine Frau. Danke schön, und alles Gute. Ich wollte sie mal fragen, ob sie mir den Katalog von Klee auch signieren könnten oder ist das nicht möglich. Katalog von Klee? Haben Sie ihn da? Und wollt' mich auch bei Ihnen recht herzlich bedanken, daß sie uns die Ausstellung nach Berlin gebracht haben."

Signierstunde im Berliner Kaufhaus der Westens. Geduldig zeichnet der Autor seinen Namen in die Bücher. Einige aus der Warteschlange wünschen sich kurze Widmungen: "Für Jeanette, Für Annemarie und ähnliches. Andere gehen etwas weiter und bitten um die Zeile "Für einen Freund". Freund von Heinz Berggruen zu sein, ist gerade in diesen Tagen etwas, mit dem man sich sehr gut schmücken kann. Kommt der bekannte Kunstsammler doch soeben aus Paris zurück, wo er für achteinhalb Millionen Mark zwei Picassos aus dem Nachlaß von Dora Maar ersteigert hat. Sie sind jetzt in der Sammlung Berggruen am Schloß Charlottenburg zu sehen, und die Berliner danken es dem alten Herrn. Guter Freund von Heinz Berggruen zu sein, war am Ende des Zweiten Weltkrieges, zu der Zeit als er das Buch schrieb, das er jetzt signiert, allerdings noch vorteilhafter. 1936 emigrierte der Sohn jüdischer Eltern nach Kalifornien. 1945 kehrte er als amerikanischer Staatsbürger und Sergeant der US- Armee ins besetzte Deutschland zurück.

 "Das State Department hat mich engagiert um eine Zeitschrift herausgegeben zur Umerziehung der Deutschen", so Heinz Berggruen. "Diese Zeitschrift habe ich mit einem Kollegen zusammen herausgegeben, und es ging darum, den Leuten Demokratie beizubringen. Leute, die alle aus dem Krieg kamen. Aus den Fängen von Hitler und Konsorten. Das war eine interessante Aufgabe, und ich schrieb da jede Woche eine Glosse." ... mehr

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Die bekannteste Stimme des Großdeutschen Rundfunks - Biographie über Hans Fritzsche

Die Lebensgeschichte von Hans Fritzsche, Radio-Kommentator und zugleich im Propagandaministerium zuständig für den gleichgeschalteten NS-Rundfunk, fördert sowohl Interessantes über die Strukturen der NS-Propaganda wie auch über das Schicksal von hohen Nazis in der Nachkriegszeit zutage. Martin Hartwig hat die Fritzsche-Biographie gelesen und mit ihrem Autor Max Bonacker gesprochen.

Ich weiß nicht, ob die Stimme aus dem Kampflärm Berlins noch in den Äther dringt. Aber ich weiß, dass der Geist, in dem dieser Kampf geführt wird, in dieser Welt nicht verschwinden wird.

Hans Fritzsche, Leiter der Abteilung Rundfunk im Propagandaministerium und Rundfunkkommentator am 28. April 1945 - wenige Tage vor Kriegsende. Bis zum bitteren Ende wurde aus einem Bunker in Berlin Programm gemacht. Den verbliebenen Hörern war der Klang von Fritzsches Stimme vertraut. Er war der prominenteste Sprecher des nationalsozialistischen Rundfunks und nach Hitler, Goebbels und Göring sicher die bekannteste Stimme des Dritten Reiches.

Das habe ich ja auch in der Einleitung zu dem Buch ein bisschen referiert, dass man schon merkt, dass unsere Vorstellung von NS-Propaganda manchmal ein bisschen monokausal gestrickt ist, und dass Fritzsche eigentlich eine andere Wellenlänge bedient. Und da hab ich mich gefragt: wenn jemand von seiner Tonlage und von der Art wie er - sagen wir mal - politische Propaganda oder als Information getarnte Propaganda vermittelt, schon doch so ein bisschen anders ist, als das, was ich mir vorstelle. Hat so jemand überhaupt Gestaltungsspielräume gehabt, hat er vielleicht irgendeine Persönlichkeitsstruktur aufgewiesen, die ihn von anderen eher stiernackigen Propagandisten unterscheidet?

Max Bonacker, Autor der ersten Biographie Hans Fritzsches, die in diesen Tagen unter dem Titel "Goebbels Mann beim Radio - Der NS-Propagandist Hans Fritzsche" im Oldenburg Verlag erscheint. Über 280 Seiten beschäftigt er sich darin mit dem Wirken eines Mannes, den heute kaum noch jemand kennt - obwohl er einer der Hauptangeklagten im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess gewesen ist, was er allerdings eher seiner Bekanntheit als seiner Bedeutung verdankte.

Man musste diesen Bereich besetzen - zumal man der Propaganda ja einen sehr hohen Stellenwert in der Beeinflussung des deutschen Volkes eingeräumt hat. Da man nun niemand hatte von den wirklichen Leitern, musste man sich im Grunde auf das beschränken, was man griffbereit hatte, und das war Fritzsche. Fritzsche hatte einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen von der Entscheidungsbefugnis angemesseneren Angeklagten: Den kannten sehr viele. ... mehr

 

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 „Feindanalysen - Über die Deutschen“ von Herbert Marcuse

 zu Klampen! Verlag

   

„Wenn wir wüßten, daß mit dem Zusammenbruch Deutschlands die >bösen Mächte< eliminiert wären, dann wäre es tatsächlich ein heller Horizont der sich vor uns abzeichnete. Aber wir wissen es besser, und alle Anstrengungen können vergebens sein, sogar für die Generationen, die noch kommen. Wie auch immer. Wunder können geschehen. So fühle ich es. Was wir hier tun können um eine halbwegs sensible Politik auf den Weg zu bringen, tun wir, und wenigstens einige Dinge scheinen in das Denken und Tun der >jeweiligen Verantwortlichen< einzudringen.“

 Sprecher:

Das schrieb Marcuse im August 1944 an Max Horkheimer über seine Tätigkeit beim Office of Strategic Servises, OSS, dem Vorläufer der CIA. Horkheimer, Leiter des seit 1934 in die USA emigrierten „Instituts für Sozialforschung, war es gewesen, der Marcuse dazu gedrängt hatte. Obwohl das Institut bereits 1931, in kluger Voraussicht der politischen Entwicklung in Deutschland, sein Kapital in die Niederlande transferierte, reichte das Geld nicht aus um die zahlreichen Wissenschaftler zu finanzieren, die sich seinem Dunstkreis bewegten und an den verschiedenen Projekten mitarbeiteten. Darüber hinaus war Horkheimer ängstlich darauf bedacht, daß das Institut keine längerfristigen Verpflichtungen einging. Das galt auch für Mitarbeiter, die zum innersten Kreis gehörten, wie Marcuse. So nahm er 1942 das finanziell attraktive Abgebot an, für die US - Regierung Expertisen über den Nationalsozialismus und die deutsche Entwicklung anzufertigen. Von 1942 bis 1950 arbeitete er erst für das „Office of War Information“, dann für das OSS und nach dem Krieg noch bis 1950 für das „State Departement“. ... mehr

 

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Lange Nacht der Zeitreisen

 

Im Garten der Pfade die sich verschlingen

"In der Mehrzahl der Zeiten existieren wir nicht, in einigen existieren Sie, ich jedoch nicht, in anderen ich, Sie aber nicht, in wieder anderen wir beide. In dieser Zeit nun, die mir ein günstiger Zufall beschert, sind Sie in mein Haus gekommen ..." (Jorge Luis Borges)

Obwohl der erste Kongress für Zeitreisende, der im Mai 2005 am Massachusetts Institute of Technology in Boston stattfand, im Vorfeld für Schlagzeilen sorgte, wurde er kein rechter Erfolg, denn die Hoffnung der Veranstalter, auch Besucher aus der Zukunft empfangen zu können, erfüllte sich nicht. So musste man sich auf das Spekulieren über die Möglichkeiten von Zeitreisen beschränken. Dies soll auch in der Langen Nacht der Zeitreisen geschehen.

Reisende aus allen Zeiten berichten von ihren Erlebnissen - unter anderem der Sternfahrer Ion Tichy, der sich als Folge von Turbulenzen in einem Zeitstrudel eine geschlagene Woche lang mit sich selbst prügelte und natürlich wird auch von dem berühmtesten Zeitreisenden, dessen Abenteuer H.G. Wells in "Die Zeitmaschine" beschreibt, erzählt werden. Dessen beherztes Auftreten in der Zukunft wird inzwischen nicht mehr nur als Heldentat gefeiert, sondern durchaus kontrovers diskutiert. Es hat sich nämlich gezeigt, dass Eingriffe in den Zeitablauf kaum beherrschbare Konsequenzen haben. Sie sollen ebenso diskutiert werden wie die Frage nach den möglichen Folgen von (Massen-)Zeittourismus.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/langenacht/589547/

 

Lange Nacht der Unsterblichkeit

 

 „....und wanderte umher bis ans Ende aller Zeiten!“ 

„Du darfst Essen von allen Bäumen, aber von Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst Du nicht essen, denn an dem Tag an dem du von ihm issest musst du des Todes sterben.1. Moses 2/17

Alle Menschen sind sterblich und fast alle Menschen finden diesen Gedanken beunruhigend. Der Volksmund weiß: „Der Tod ist unvermeidliche Not“. Seit ewigen Zeiten kursieren jedoch auch Geschichten von Menschen, die dem Sensenmann ein Schnäppchen geschlagen haben. Es wird von Tränken berichtet, die unsterblich machen - von Wünschen, die erfüllt und Flüchen, die verhängt wurden.

Nicht sterben zu müssen ist ein alter Menschheitstraum und ewiges Leben ein zentrales Versprechen vieler Religionen. Es ist allerdings auch ein alter Albtraum, denn der Volksmund weiß ebenfalls: „ Es ist ein gut Ding um den Tod, er hilft uns ja aus aller Not.“

Dies ignorierend arbeiten die Nachfolger der Hexer und Alchemisten heute in ihren Labors daran, das Leben von Kleinorganismen immer weiter zu verlängern. Andere Menschen denken ernsthaft darüber nach dem Tod zu entrinnen, in dem sie sich schrittweise in eine Maschine verwandeln, die Entwicklung der dazu notwendigen Techniken schreitet voran.

In der langen Nacht der Unsterblichkeit werden einige„Unsterbliche“ vorgestellt, unter anderem der Jerusalemer Schuster Ahasverus, der Astronaut Perry Rhodan und ein namenloser holländischer Seemann. Darüber hinaus wird ein Blick in die Labors der Gentechniker geworfen und die Frage diskutiert, was man mit einem ewigen Leben eigentlich anfängt. ... mehr. GROßE DATEI!

 

 

Groschenromane

 

"Ich bin seit Heft 118 dabei!"- Groschenromane und ihre Autoren

Ihr Werk wird vom Feuilleton nicht sonderlich geachtet und von der Literaturkritik gar nicht erst wahrgenommen. Auch in den Bestellerlisten tauchen ihre Namen nie auf – obwohl sie dort immer auf den oberen Rängen stehen müssten – zumindest wenn man die verkaufte Auflage zum Maßstab nimmt. Der schon oft totgesagte Groschenroman erfreut sich nämlich anhaltender Beliebtheit. Allein der Basteiverlag, einer der drei großen der Branche, lässt wöchentlich 700.000 sogenannte Heftromane drucken. Es muss also viel geschrieben werden, um Woche für Woche 64 Seiten mit Geschichten von Ärzten und Adelshäusern, von Detektiven und Geisterjägern zu füllen. Martin Hartwig sprach mit Autoren von Heftromanen über Kitsch und Kunst, über Schreibkreise und Textbausteine und über Geld und Anerkennung ... mehr